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Wissen frei Haus

Von Manfred Pantförder | 19. Feb 2009 | Rat & Service

Kommentar

Die Informationsgesellschaft bricht mit Gewohnheiten und Privilegien. Der Satz „Wissen ist Macht“ gilt zwar noch, aber im Internet-Zeitalter eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten der Teilhabe. Das macht auch vor medizinischem Wissen nicht halt. Informationen über Krankheit und Therapie sind frei Haus und meist kostenlos erhältlich. Der Patient wird mündig und geht gut informiert zum Arzt.

 Die Selbstdiagnose per Internet sollte die Konsultation eines Mediziners bei gravierenden Beschwerden jedoch keineswegs ersetzen. Die Erfahrung eines Arztes lässt sich durch Online-Recherche nicht aufwiegen, denn die Informationen via Internet wollen erst gewichtet sein. Wer in einschlägigen Patienten-Foren stöbert, weiß, dass dort viel Halbwissen und Scharlatanerie verbreitet werden, nach dem Motto: „Ich weiß es auch nicht, aber versuch’s doch mal damit.“ Empfehlungen zu Ärzten oder medizinischen Einrichtungen sind subjektiv und daher mit äußerster Zurückhaltung zu betrachten.

Entscheidend ist nicht, was plausibel klingt oder von vielen empfohlen wird, sondern wie seriös die Informationsquelle ist. Neben Foren und allgemeinen Ratgebern gibt es professionelle Websites von ärztlichen Verbänden, Fachdiensten, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten sowie von Medienhäusern, die zuverlässige Informationen liefern. Mit Internet-Wissen ausgerüstet sollte ein Patient dennoch nicht in Konkurrenz zum Arzt treten. Denn das notwendige Vertrauen muss schließlich von beiden Seiten eingebracht werden.
 

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